"Slevogthof" Neukastel
Diese Wandbemalung entfaltet ihre Pracht im Musikzimmer. Sie stammt von einem Maler, der zu den besten deutschen Impressionisten zählt, Max Slevogt (1868-1932). Ende des 19. Jahrhunderts erwarb Slevogt den heute so genannten "Slevogthof", der unterhalb der Burgruine "Burg Neukastel" und über der Rheinebene thront. Slevogt verwendete helle leuchtende Farben und bannte mit flüchtigem Strich Menschen und Natur auf die Leinwand.
Hervorragendes leistete Slevogt auch als Buchillustrator. Tritt man von der Aussichtsterrasse mit schweifendem Blick über die Pfälzer Weinlandschaft und das Rheintal ein in die Wohnräume Slevogts, dann erwarten die Besuchenden in der Bibliothek Deckenbemalungen mit Motiven aus "Tausend und einer Nacht" und "Lederstrumpf". Slevogt malte diese Szenen in leuchtenden Farben.
Im nächsten Raum, dem Musikzimmer, präsentieren sich den Betrachtenden zum Teil ölskizzenartig anmutende Wandbemalungen. Szenen aus der "Zauberflöte", "Don Giovanni" und dem "Ring der Nibelungen" griff Slevogt hier auf. Sogleich trifft der Blick auf die Szene des suchenden und drohenden "Don Giovanni", wie er in Verteidigungshaltung und voller Pracht posiert. Zu sehen sind in diesem Bildausschnitt die Staffelei, die Farbpalette und ein Relief mit dem Porträt des Künstlers.
Neben persönlichen Dingen, Briefen und Inventar gibt es einige Familienportäts von der Hand des Malers zu sehen. Wer Slevogt in privatem Ambiete begegnen möchte, hat hier die Chance dazu. (Text und Bild: Christian Thomas Eberth)
Der Slevogthof ist zurzeit geschlossen, ein genaues Datum der Eröffnung 2012 steht noch nicht fest.
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